Handball-Nachlese: Da hüpft der Frosch vor Freude

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Tierisch gut: Beim Loxtener Heimspiel gegen Hemer heizte ein leibhaftiger Frosch die Stimmung auf der Tribüne an. - © Foto: Christian Helmig
Tierisch gut: Beim Loxtener Heimspiel gegen Hemer heizte ein leibhaftiger Frosch die Stimmung auf der Tribüne an. (© Foto: Christian Helmig)

Altkreis Halle (helm/as/mav/max/kra). Oberligist SF Loxten präsentiert beim Sieg über Hemer neben einer überraschenden Deckungsformation auch ein neues Maskottchen. Einige Favoriten tun sich zum Auftakt dagegen schwer.

Oberliga

Er misst knappe 1,50 Meter, trägt einen grünen Pelz und führt bei fast jeder gelungenen Aktion der Sportfreunde einen amtlichen Freudentanz vor der Tribüne auf. Mit der Beschreibung des neuen Loxtener Publikumslieblings dürfte klar sein, dass an dieser Stelle nicht Pascal Welge gemeint ist. Doch ebenso wie der von der TSG A-H Bielefeld gekommene Torhüter brachte am Samstag auch das Maskottchen dem Oberligisten bei seinem ersten Einsatz Glück. „Das Kostüm haben wir schon lange. Schön, dass es jetzt von unserem Fanclub genutzt wird", freut sich der SFL-Vorsitzende Andy Evers.

Gesucht wird noch ein Name für den Frosch.
Evers plant, dass die Fans beim nächsten Heimspiel Vorschläge machen können. Die Mannschaft von Loxtens
Trainer Thomas Lay hat ihre Form derweil schon gefunden. Beim 28:23-Auftaktsieg über den HSV 81 Hemer überraschte der Coach die Gäste nach der Pause unter anderem mit einer 4:2-Deckung. „Wir wollten Hemer
vor eine neue Aufgabe stellen. Das ist uns sehr gut gelungen", erklärte Lay die Umstellung von der 5:1 auf die noch offensivere und zuvor nur in Training und Testspielen erprobte Formation.

Während der Trainer nach der Partie zufrieden feststellte, „dass wir uns jetzt mit verschiedenen Systemen zur Wehr setzen können", machte – dem SIS-Liveticker sei dank – in den Katakomben der Sparkassen-Arena ein Zwischenstand aus der Seidensticker Halle die Runde. Die haushohe 18:7-Halbzeitführung der neu formierten TSG A-H Bielefeld gegen den VfL Gladbeck, immerhin Vizemeister der Vorsaison, schrieb manchem Loxtener einen Gesichtsausdruck irgendwo zwischen Ehrfurcht und Erstaunen ins Gesicht.

Am Ende hieß es 33:21 für die von allen Experten zum Titelfavoriten Nummer eins gehypten Bielefelder. Vor 950 Zuschauern ließ besonders der Innenblock um Gustav Rydergård und Johannes Krause in schon fast perfekter Symbiose mit Keeper Maximilian Kroll kaum Torgefahr der Gäste zu. „Ich glaube, Gladbeck war überrascht von unserer Emotionalität, von unserem Einsatz. Wenn irgendwo ein Fehler passiert ist, stand gleich der nächste Spieler da", lobte Trainer Michael Boy die geschlossene Mannschaftsleistung.

Der vermeintlich größte Rivale der TSG hatte hingegen „eine absolute Enttäuschung" zu verarbeiten, wie TuS Spenges Trainer Heiko Holtmann nach der sang- und klanglosen 29:36-Pleite in eigener Halle gegen den ASV Hamm II zugab. „Hamm hat verdient gewonnen", sagte Holtmann und kündigte an: „Wir haben einiges aufzuarbeiten."

Verbandsliga

Tobias Reichmann hat es einst treffend formuliert. „Ich weiß nicht", sagte der deutsche Nationalspieler während der Weltmeisterschaft 2017 über seine Torhüter Andreas Wolff und Silvio Heinevetter, „wer sich freiwillig ins Tor stellt und sich die Bälle mit 100 km/h um die Ohren fliegen lässt." Hannes und Nina Köhne scheinen zumindest keine Angst vor dem Ball zu haben. Sonst könnten die Geschwister von der Spvg. Steinhagen nicht solche Leistungen bringen wie an diesem Wochenende in der Verbandsliga.

Nachdem Nina Köhne den Frauen in Brockhagen mit ihrer finalen Parade beide Punkte gerettet hatte, feierte ihr Bruder tags darauf sein erfolgreiches Debüt bei den Männern. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich so früh eingewechselt werde", sagte der 18-jährige, den Trainer Torben Gottsleben nach gut 20 Minuten für den glücklosen Routinier Sebastian Brüggemeyer in die Partie warf. Mit seiner guten Vorstellung trug Köhne zum 30:28-Erfolg bei und war insgesamt zufrieden. „Nur einige Würfe von Rechtsaußen hätte ich noch entschärfen können", sagte der Youngster selbstkritisch.

Landesliga

Während drei der vier Altkreismannschaften am ersten Spieltag pausierten, wurde der Auftritt des TV Isselhorst mit Spannung erwartet. Und siehe da, der prominent verstärkte
Ligakrösus tat sich beim 31:29-Erfolg bei TV Friesen Telgte
überraschend schwer. „Auf einer Skala von eins bis hundert waren wir vielleicht bei dreißig", stellte Dirk Elschner danach kritisch fest. Vor allem die Einstellung einiger Akteure fand der TVI-Coach nicht gerade überzeugend. „Ich habe klar gemacht, dass sich das künftig auf die Einsatzzeiten auswirken wird", sagt Elschner. Er hofft nun, dass die Rückkehr der Urlauber Benjamin Zöllner und Marvin Gregor den Leistungsdruck im Kader erhöhen wird. Letztlich bewahrte vor allem die individuelle Klasse des 14-fachen Torschützen Christoph Harbert den TVI vor einem Fehlstart.

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