Mr. BV Werther feiert seinen 50. Geburtstag

Ralph Struck

Mittendrin: Die Frauen- und Mädchen-Fußballabteilung, an deren Gründung er beteiligt war, ist Matthias Nowaks ganzer Stolz. - © Foto: BV Werther
Mittendrin: Die Frauen- und Mädchen-Fußballabteilung, an deren Gründung er beteiligt war, ist Matthias Nowaks ganzer Stolz. (© Foto: BV Werther)

Werther. Als Nowak am 8. September 1967 das Licht der Welt erblickte, hat wohl niemand damit gerechnet, dass sich sein Bekanntheitsgrad in der Stadt 50 Jahre später nicht wesentlich von dem von Werthers Bürgermeisterin Marion Weike unterscheiden würde. Aufgrund seiner sympathischen Art erfreut sich Nowak zudem nicht nur im BV großer Beliebtheit.

In Zeiten, in denen immer weniger Personen ehrenamtlich tätig sind, ist lebenslanges Engagement für einen Verein wie Nowak es für seinen BV Werther vorlebt, sehr selten. 1976 begann er als Neunjähriger in der E-Jugend. Der Stürmer spielte im Lauf der Jahre immer weiter hinten und agierte in der A-Jugend als klassischer Libero. Dass er bald endgültig mit dem BV-Virus infiziert wurde, verwundert nicht: Auch der Rest der Familie war und ist fußballverrückt.

Mr. BV Werther feiert seinen 50. Geburtstag

Vater Günther war jahrelang für das BV-Clubheim zuständig, auch Matthias Nowaks Brüder Michael und Guido schnürten am Wertherberg ihre Fußballschuhe. Bei seiner Mutter Ulla, damals Betreiberin des legendären Grillimbisses »Am Markt«, den viele Alt-Wertheraner noch heute für das beste ortsansässige Schnellrestaurant aller Zeiten halten, gab es nach einem Sieg auch schon mal eine Bratwurst umsonst.

Nowak beendete  schon nach zwei Senioren-Spielzeiten seine aktive Laufbahn, half aber bei personellen Engpässen noch jahrelang in der zweiten und dritten Herrenmannschaft aus. Er widmete sich fortan sehr erfolgreich anderen Aufgaben im Verein. Die Liste der Posten und Ämter sowie der Projekte, an denen er maßgeblich beteiligt war, ist lang: Nowak war Trainer, Sportlicher Leiter, Jugend-Obmann, Schiedsrichter und Zweiter Vorsitzender. Als 2014 der inzwischen verstorbene BV-Vorsitzende Ulrich Diekhaus gesundheitsbedingt von seinem Posten zurücktrat, stellte sich Nowak, obwohl er nie nach diesem Amt gestrebt hatte, aufgrund fehlender potenzieller Nachfolger einmal mehr in den Dienst seines Vereins und für drei Jahre zur Verfügung.

Nowaks ganzer Stolz ist die Frauen- und Mädchen-Fußballabteilung, an deren Gründung er maßgeblich beteiligt war.  Auch das Oktoberfest des Vereins sowie die Fahrten zum Gothia-Cup in Schweden und das Fußball-Feriencamp des BV würde es ohne ihn in dieser Form wohl kaum geben.

Seine zweite Liebe gehört dem HSV

Aufgrund seiner Verdienste für den Amateurfußball zeichnete ihn 2004 Theo Zwanziger, damals Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, in Hamburg mit dem DFB-Ehrenamtspreis aus.

Kaum zu glauben, aber wahr: Es gibt für den Jubilar auch ein Leben abseits des Fußballplatzes, wie seine Schwester Ina zu berichten weiß: „Matze ist der totale Familienmensch, kann stundenlang shoppen gehen, verreist oft und besucht Musikkonzerte.“ Die zweite Liebe des Sparkassenangestellten ist seit den Zeiten der Bananenflanken von Manfred Kaltz und der Kopfballtore von Horst Hrubesch der Hamburger SV – was sein Bruder Guido allerdings skeptisch sieht: „Dieser Verein ist nicht gut für den Blutdruck meines Bruders.“

Die Party zu seinem 50. Geburtstag findet heute mit 250 geladenen Gästen im kleinen Festzelt auf dem ehemaligen Tiede-Gelände in Werther statt. Tags darauf beginnt für Nowak aber schon wieder der Alltag: Die Mädchen haben ein Meisterschaftsspiel, abends findet das Oktoberfest statt, und am Sonntag ist Saisonauftakt der Landesliga-Frauenmannschaft.

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