Spitzenspiel der Tennis-Bundesliga endet ohne Sieger

TC BW Halle und TK Kurhaus Aachen trennen sich vor 3800 Zuschauern 3:3

Christian Helmig

Hellwach: Nikoloz Basilashvili präsentierte sich gegen Aachen deutlich verbessert. Halles Nummer zwei bezwang Pablo Cuevas in zwei Sätzen. - © Foto: Christian Helmig
Hellwach: Nikoloz Basilashvili präsentierte sich gegen Aachen deutlich verbessert. Halles Nummer zwei bezwang Pablo Cuevas in zwei Sätzen. (© Foto: Christian Helmig)

Halle. Das Gipfeltreffen der beiden erfolgreichsten Bundesligamannschaften der vergangenen zehn Jahre hielt in Sachen Qualität und Dramatik vom ersten bis zum letzten Ballwechsel, was es versprochen hatte. Dafür hatten im Vorfeld schon die beiden Teamchefs gesorgt: Halles Thorsten Liebich und sein Aachener Kollege Alexander Legsding schickten zwei bärenstarke Aufgebote ins Rennen. Die Gäste bauten dabei nicht nur wie angekündigt auf den Weltranglisten-19. Roberto Bautista-Agut aus Spanien, sondern hatten gleich auch noch die Nummer 29, den Uruguayer Pablo Cuevas, eingeflogen. „Das waren zwei echte Ausrufezeichen", musste auch Liebich zugeben.

Während Cuevas kurzfristig vom Training für die German Open aus Hamburg nach Ostwestfalen rübergejettet war, hatte sich sein Gegner bereits seit Donnerstag in der Lindenstadt vorbereitet – und das zahlte sich aus. „Man hat gemerkt, dass er es nach seinem schwachen Spiel in Köln unbedingt besser machen wollte", lobte Trainer Thomas Dappers den Auftritt von Nikoloz Basilashvili. Der Georgier, der mit Frau und Kind angereist war und seine Trainingseinheiten mit Haller Nachwuchsspielern absolviert hatte, zeigte an Position zwei eindrucksvoll, warum ihn die Blau-Weißen vor der Saison vom Absteiger Neuss geholt hatten. Eine hohe Quote erster Aufschläge, krachende Grundschläge, vor allem mit der Vorhand – so bestimmte der 25-Jährige das Geschehen und setzte sich mit 6:3, 7:6 durch.

Spitzenspiel der Tennis-Bundesliga endet ohne Sieger
Info
Jan-Lennard Struff – Roberto Bautista-Agut
3:6, 0:6; Nikoloz Basilashvili – Pablo Cuevas 6:3, 7:6; Daniel Munoz-de la Nava – Nils Langer 4:6, 6:4, 4:10; Tim Pütz – Matthias Bachinger 6:4, 6:2; Struff/Pütz – Bautista-Agut/Cuevas 7:6, 2:6, 10:4; Basilashvili/Enrique Lopez-Perez – Langer/Bachinger 6:7, 5:7.
Zuschauer: 3800.

So wenig wie die Haller Basilashvilis Sieg auf der Rechnung hatten, so unerwartet war auf dem Nachbarcourt die Niederlage von Daniel Munoz-de la Nava gegen Nils Langer. „Den muss er machen", sagte Liebich, als der sonst so zuverlässige Spanier beim Stand von 1:1 im Champions-Tiebreak eine vermeintlich leichte Vorhand aus dem Halbfeld verzog – der Knackpunkt. Munoz-de la Nava erholte sich von diesem Fauxpas nicht mehr und ging mit 4:10 als Verlierer vom Platz.

Danach konzentrierten sich alle Augen auf den Centre-Court: Unspektakulär, aber enorm laufstark und mit der Präzision eines Uhrwerks demonstrierte Bautista-Agut, warum er derzeit zu den besten 20 Spielern der Welt zählt. Nur im ersten Satz konnte sein Gegner Jan-Lennard Struff dank seines starken Aufschlags mithalten. „Danach hatte ich keine Chance mehr", gab Halles Nummer eins nach dem 0:6 im zweiten Durchgang zu.

Für den Ausgleich sorgte wie schon in den Partien gegen BW Aachen und Krefeld Tim Pütz. „Er wackelt überhaupt nicht", zog auch Legsding vor der souveränen Leistung des Hallers gegen Matthias Bachinger (6:4, 6:2) den Hut. Für Pütz war es im dritten Einzel der dritte Sieg.

„Wir haben gezockt und wollten auf Sieg spielen", verriet Liebich nach der Aufstellung der Doppel. Und er bekam seine beiden Wunschpaarungen: Enrique Lopez-Perez, der für den leicht fiebrigen Munoz-de la Nava ins Team rückte, sollte seinem berühmten Landsmann Bautista-Agut aus dem Weg gehen. An der Seite von Basilashvili musste er sich gegen Langer/ Bachinger dennoch in zwei Sätzen geschlagen geben.

Auf Struff und Pütz war indes wieder einmal Verlass. Gegen die individuelle Weltklasse von Bautista-Agut und Cuevas setzte das Haller Duo sein perfektes Zusammenspiel und starke Nerven ein. „Wir verstehen uns einfach gut", erklärte Struff das Geheimnis des 7:6, 2:6, 10:4-Erfolgs, der Halle mit Blick auf die Meisterschaft alle Chancen offenhält.

Copyright © Haller Kreisblatt 2017
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

captcha