Jörg Schmidt und Janine Wienke siegen beim 27. Kölken-Cup

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27. Kölken-Cup der Spvg. Hesselteich - © Christian Helmig
27. Kölken-Cup der Spvg. Hesselteich (© Christian Helmig)

Hesselteich. Die Startnummer 78 hatte Niklas Brand im Vorjahr mit nach Hause genommen. Als Erinnerung an seinen Sieg. Als der Titelverteidiger gut eine Stunde nach dem Startschuss noch nicht am Hesselteicher Sportplatz aufgetaucht war, zeichnete sich ab, dass der Kölken-Cup den Besitzer wechseln würde. „Niklas ist krank", wusste Jörg Schmidt zu berichten – und der muss es wissen. Beide sind Arbeitskollegen und nicht nur beruflich auf einer Schiene unterwegs. Gestern nutzte der 44 Jahre alte Schmidt die Gunst der Stunde.

Auch wenn seine Siegerzeit von 27:48 Minuten nicht ganz an Brands Husarenritt (27:18) von 2016 heranreichte, war der ehemalige Versmolder, der seit 13 Jahren in Halle lebt, sehr zufrieden. „Die Konkurrenz war stark", sagte Schmidt. Bestätigt wurde er dadurch, dass sich in Michael Schmidt (Enzen) und Dario Wildmann (Sprintax Bielefeld) zwei ehemalige Kölken-Cup-Sieger mit Platz vier und fünf begnügen mussten.

Jörg Schmidt und Janine Wienke siegen beim 27. Kölken-Cup

Bei molligen 27 Grad hatten sich die ersten Fahrer am frühen Abend auf die Strecke begeben – optimale Temperaturen für den auf Hochleistung laufenden Muskelapparat. Mühsamer wurde es, als in der zweiten und dritten Runde der Wind auf der Casumer Straße plötzlich von vorne blies. Für Jörg Schmidt, zum dritten Mal beim Kölken-Cup dabei, zahlte sich aus, dass er zuletzt „stark für das Zeitfahren trainiert" hatte – was in dieser Saison schon mit einem Sieg in Sünninghausen belohnt worden war.

Wie gestern in Hesselteich hatte der Werkzeugmechaniker dort gemeinsam mit Janine Wienke auf dem Siegertreppchen ganz oben gestanden – und quasi einen Doppelerfolg gefeiert. „Jörg ist mein Trainer", berichtete die 39-jährige Steinhagenerin, die sich in 31:02 Minuten vor der Piumerin Ellen Knoepke (31:41) durchsetzte. Man mag es kaum glauben, aber erst seit drei Jahren tritt die Grafikdesignerin ambitioniert in die Pedale. Eine frühere sportliche Karriere habe sie nicht vorzuweisen, dafür schon beachtliche Erfolge: Die Tour de Kärnten etwa, ein großes Jedermannrennen in Österreich, schloss Janine Wienke im Frühjahr als Dritte ab.

Beim Kölken-Cup feierte sie gestern sogar noch einen zweiten Sieg. Mit ihrem Lebensgefährten Thomas Göllner, Dritter der Einzelwertung, gehörte sie dem schnellsten Mixed-Team an. »Kenny Klamotte powered by Boffzen« ist benannt „nach meinem Hund und dem Wohnort unseres dritten Fahrers Stefan Spieker", wie Wienke schmunzelnd verriet.

Uthmann trotz schwacher Resonanz zufrieden

Wertvolle Sachpreise nahmen alle Sieger und Platzierten von Jörg Ludewig entgegen. Der Ex-Profi fühlte sich nach anstrengenden Tagen als Repräsentant seines Arbeitgebers bei der Tour den France „hacketütenbreit" und verzichtete anders als in den Vorjahren auf einen Start. Umso tatkräftiger griff er den Organisatoren um Rolf Uthmann unter die Arme. Der ließ sich angesichts der mit 122 im Vergleich zum Vorjahr (129) noch mal gesunkenen Starterzahl nicht die Laune verderben. „Wir wollten gute Bedingungen bieten, und das ist uns gelungen", sagte Uthmann. Eine Einschätzung die in Udo Blomeier (Jahrgang 1950) aus Spenge und Nils Buschmaas (2003) aus Werther sicher nicht nur der älteste und jüngste Fahrer im Feld teilen werden.

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