Hörster Schlackeschlacht: Handballer trotzen dem Wetter

Johnny Dähne

Ganz viel Spaß: Den haben bei der Hörster Schlackeschlacht nicht nur die kleinsten Handballer, sondern auch die Zuschauer. - © Foto: Johnny Dähne
Ganz viel Spaß: Den haben bei der Hörster Schlackeschlacht nicht nur die kleinsten Handballer, sondern auch die Zuschauer. (© Foto: Johnny Dähne)

„Lang anhaltender, gleichmäßiger und nicht sehr heftig fallender Regen." Wer sich nicht mit der Duden-Definition für »Landregen« zufrieden geben und den Praxistest durchführen wollte, war bei der Schlackeschlacht genau richtig. Was man angesichts dieser für ein Freiluft-Event eher suboptimalen Eingangsbeschreibung befürchten musste, trat aber nicht ein: Die maximale Luftfeuchte konnte die gute Stimmung auf dem Rasen und dem Beachfeld an der Versmolder Straße nicht trüben.

„Man muss es nehmen, wie es kommt", sagte etwa Andreas Baute. Der Torwart der dritten Hörster Mannschaft versuchte sich während des Hobbyturniers am Freitag als Metereologe und verdeutlichte seinen Zuhörern anschaulich, dass die regenschwangeren Wolken gleich von klarem Himmel abgelöst würden. Sein Auditorium bestand unter anderem aus Teamkollegen der Mannschaft »Re.lod.ed«, die dem ahnungslosen Fragesteller die nicht ganz korrekte Schreibweise des englischen »neu geladen« plausibel damit erklärten, dass das »lod« eine Abkürzung für »Leistungsorientierte Dritte« ist.

Hörster Schlackeschlacht: Handballer trotzen dem Wetter
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Einen besonderen Programmpunkt hatten sich die Verantwortlichen für Samstagabend aufgehoben. Das "Bullentreiben" hatte dabei weniger mit Stieren aus Pamplona zu tun als mit Dennis Klack. Zu Ehren des mit Ende der abgelaufenen Spielzeit zurückgetretenen 33-jährigen Kreisläufers, den sie wegen seiner kräftigen Körperstatur in Hörste und Umgebung liebevoll »Bulle« rufen, trafen sich auf Platz sieben 35 ehemalige Weggefährten zu einem Turnier mit drei Mannschaften in den Sportarten Handball, Fußball und einer bis in die frühen Morgenstunden andauernden dritten Halbzeit. „Dass so viele Leute sich die Zeit genommen haben und extra gekommen sind, hat mich tierisch gefreut", sagte Klack. Neben dem aktuellen Kader ließen es sich unter anderem Klacks ehemalige Trainer Sebastian Cuhlmann, Jens Großpietsch, Thomas Lay, André Piecuch und Olaf Knemeyer nicht nehmen, ihrem ehemaligen Schützling einen angemessenen Rahmen für das Bullentreiben zu verschaffen. „Es war toll, dass sich jeder mit jedem unterhalten konnte und einfach Spaß hatte", befand Dennis Klack schmunzelnd, „auch diejenigen, die nicht mehr aktiv zum Ball greifen."

Lohdes Dustin war wenige Meter weiter einer der Protagonisten einer ebenfalls augenzwinkernd geführten Diskussion: Seine Mannschaft »Hörstewinkel«– ein Zusammenschluss von Spielern aus Hörste und Harsewinkel – spielte mit so viel Harz am Ball, dass sich der Gegner gezwungen sah, das Spielgerät zu beanstanden. „Das kann ich nicht nachvollziehen", erklärte der Trainer der weiblichen Hörster A-Jugend mit gespielter Ernsthaftigkeit.

Ebenso viel Freude hatte die erste Mannschaft der gastgebenden »Rothosen«. Beim Turnier auf Sand bewies der in der Halle auf halblinks spielende Silvan Tarner, dass er die Torwartqualitäten seines Vaters Wolfgang »Carlo« Tarner geerbt hat. „Im Wettkampfmodus macht Beachhandball schon Spaß", sagte der »Shooter« mit Blick auf die sonst im Sand anstehenden Konditionseinheiten seines kreativen Trainers Christian Blankert.

Gewinnen wollen auch die Kleinsten, die »Mini-Minis«. Ärgerlich nur, wenn man sich als unter Sechsjähriger vertut und dann auch noch verwirrt wird. „Nicht! Du musst auf das andere Tor werfen", riefen die Haller Eltern im Spiel gegen Werther ihrem Dreikäsehoch zu, der sich unaufhaltsam dem eigenen Gehäuse näherte. Gut, dass zumindest der Torwart im Bilde war. Dass keinesfalls nur die Kleinsten Kuriositäten liefern, bewies in derselben Partie die Mutter eines Nachwuchshandballers: Da sich das Spiel um den Wertheraner Sechsmeterraum konzentrierte, wähnte sie den Platz frei und stolzierte seelenruhig über das Feld.

Derlei Szenen konnten sich auch die Sanitäter entspannt zu Gemüte führen. „Bis auf eine gerissene Lippe und einen umgeknickten Beachhandballer ist nichts passiert", sagte Werner Klack, der mit Frank Wernecke und Carsten Wöstmann hauptverantwortlich für das Turnier zeichnet. Die drei bedankten sich bei der neben dem Sportplatz angesiedelten Firma Oberluggauer dafür, dass die TG dort Wertsachen wie die Musikanlage über Nacht unterbringen durfte. Das Haar in der Suppe: „15 Mannschaften haben wegen des Wetters abgesagt", sagte Wöstmann. Aber das Thema hatten wir ja schon.

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