Schlammpackungen im Kurort Hörste

Alexander Heim,Anke Schneider

Pool-Party der ganz eigenen Art: Als lebende Fango-Packung kamen einzelne Vereine im Rahmen des Umzuges daher. - © Alexander Heim
Pool-Party der ganz eigenen Art: Als lebende Fango-Packung kamen einzelne Vereine im Rahmen des Umzuges daher. (© Alexander Heim)

Halle-Hörste. Wenn Montagsspiele und Hemdsärmelball an lässlich des Volksfestes rufen, ist ganz Hörste auf den Beinen. Hunderte Gäste fanden am Samstag den Weg auf den neuen Festplatz, um bei der Party des Jahres mit von der Partie zu sein. Und daran änderte selbst Petrus nichts.

Der nämlich hatte sich am Samstagabend wohl selbst ein wenig von den Wasserspielen der vier Hörster Vereine inspirieren lassen, öffnete ab 19.30 Uhr die Schleusen und weihte damit auf seine Weise den neuen Festplatz ein. Gut für den MGV, die Kyffhäuser Kameradschaft, die TG sowie den Löschzug der Feuerwehr, dass sie ihre samstäglichen Montagsspiele bereits um 19 Uhr vollendet hatten.

Schlammpackungen im Kurort Hörste

Trauben von Schaulustigen säumten dabei die Obstwiese am Hof Strakeljahn, den sich die »Montagsmaler« für ihre Neuauflage der Spiele ohne Grenzen auserkoren hatten. Und die Gäste staunten gleich doppelt nicht schlecht. Zum einen ob des Zertifikates eines Kurortes, das Dr. G. Punkt alias Peter Goldbecker dem Ortsteil kurzerhand verliehen hatte. Zum anderen über die jungen Ehrenamtler der Feuerwehr, die bereits im Zuge des kleinen Um- und Einzuges der Gladiatoren ihren Platz im Moorbad gefunden hatten.

Selbst Hartgesottene wie »Toto« Indiesteln nehmen Reißaus

Drei launige Spielrunden hatten sich die Organisatoren dabei für die Neuauflage 2017 ausgedacht. Und (fast) alle hatten natürlich mit dem Element Wasser zu tun. Da galt es etwa, im Staffellauf Gläser auf einem Tablett von A nach B zu transportieren. Eine Disziplin, bei der sich die Profis von der Feuerwehr klar vor der TG und den Frauen der Kyffhäuser platzierten. Da wurden zum Zweiten Freiwillige gesucht, die sich einer nicht ausschließlich entspannenden Massage unterziehen. Ziel des Spieles: am längsten auf der Liege verweilen, komme, was da wolle. Doch selbst ein Hartgesottener wie »Toto« Indiesteln nahm angesichts einer drohenden Schlammpackung Reißaus. Gut für Sebastian Motzkau, der schließlich am längsten durchhielt.

Zum krönenden Abschluss winkte ein weiterer Staffelwettbewerb. Wasser aus dem großen Pool in der Mitte der Wiese nehmen und es in einen Eimer ein paar Meter transportieren. Kinderleicht die Aufgabe. Eigentlich. Allerdings: es gab keine Hilfsmittel an die Hand. So musste die Kleidung herhalten, die im Pool getränkt und im Eimer ausgewrungen wurde. Es dauerte nicht lange, bis im Kampf Feuerwehr gegen TG Hörste der Erste baden ging, um mit möglichst viel nasser Fläche zum Sieg beizutragen.

Am Ende kam dann auch noch Moderator Dr. G. Punkt mit einer Fango-Packung der besonderen Art unter die Räder. Was die Jungs von der Feuerwehr an Schlamm noch zu bieten hatten, ließen sie auf dem weißen Kittel des Kurarztes – der zuvor Ruthebach und gesunde Hörster Luft als kurierendes Wundermittel empfohlen hatte – herniederregnen. Den Abschluss der Montagsspiele bildeten – stilecht vor der Kulisse des neu errichteten Hörster »Kurcafés« – die Sänger des MGV. Und das natürlich, wie könnte es passender sein, mit dem Hörste-Lied. Schließlich ist Hörste mit seinem Anmut und Reiz so etwas wie die westfälische Schweiz.

»Nightlife« spielt bis in den frühen Morgen

Und dort kann auch prächtig gefeiert werden. So startete am Samstagabend der legendäre Hemdsärmelball, den es schon seit 50 Jahren gibt und der anfangs ebenfalls montags stattfand. Weil die Resonanz nachließ, wurde die Party vor einigen Jahren auf den Samstag gelegt. „Wir haben dieses Mal die Band »Nightlife« aus dem Sauerland", berichtete Manfred Klack von den Kyffhäusern. Keine schlechte Wahl, wie sich zeigte. Das Quintett hatte das komplette Party- und Schlagerrepertoire, aber auch Oldies sowie die neuesten Hits im Repertoire. Begeistert waren die Gäste von der Stimme der Sängerin Marianne Husemann. Die Band spielte bis in den frühen Morgen. Die Pausen füllte DJ Schibi.

Auf der Festwiese, die sich durch den Regen in eine rutschige Matschfläche verwandelt hatte, fanden die Gäste Buden mit Pizza, Bratwurst, Gyros, Steakbrötchen, Nudeln, Fisch und Kuchen. Dazu ein Schießstand und ein Kinderkarussell. In dem Zelt gab es mehrere Theken, darunter eine Cocktailbar. Die kulinarische Meile ließ auch in diesem Jahr keine Wünsche offen.

Der 16-köpfige Festausschuss hat übrigens den Nachrichtendienst WhatsApp für sich entdeckt. „Wir haben jetzt eine Gruppe", berichtete Manfred Klack stolz. So sei jeder sofort informiert. „Eben kam die Nachricht, dass die ersten Autos auf dem Parkplatz feststecken", nannte er als Beispiel. Im Handumdrehen konnte ein Traktor herbeigeschafft werden, der die Fahrzeuge aus dem Matsch befreite.

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